Egal ob beim Neubau oder bei der Sanierung von älteren Häusern. Den Energieverbrauch durch Abwärme zu senken, ist ökonomisch wie auch ökologisch sinnvoll. Aber welches Material sollte man dafür verwenden?

Was macht einen guten Dämmstoff aus?

Der Dämmstoff soll also die Wärmeabstrahlung der Hausfassade senken. Deshalb ist für einen Dämmstoff die Wärmeleitfähigkeit (der Lambda-Wert) entscheidend. Ist diese gut, so ist die Dämmeigenschaft schlecht. Ist die Leitfähigkeit aber schlecht, dämmt das Material gut. Ideal wäre ein Material, das einen Lambda-Wert von Null aufweist, also gar keine Wärme leitet; gut sind Materialien mit einem Lambda-Wert bis zu 0,06.

Das Übliche: Synthetische Dämmstoffe

Meist kommen bei der Dämmung synthetische Stoffe zum Einsatz: Styropor etwa oder auch Polystyrol (ihr Lambda-Wert liegt bei höchstens 0,04). Sie werden aus Erdöl hergestellt, verbrauchen bei der Herstellung relativ viel Energie und sind in der Entsorgung aufwendig. Allerdings sind sie günstig zu haben und dämmen sehr gut. Oftmals sogar zu gut. Denn sie dichten ein Gebäude so gut ab, dass im Haus überschüssige Feuchtigkeit weder abgegeben, noch aufgenommen werden kann – was Schimmelbildung begünstigt.

Mineralische Dämmstoffe

Auch mineralische Materialien wie Mineralwolle (Lambda-Wert höchstens 0,05) oder Schaumglas (Lambda-Wert höchstens 0,055) haben hervorragende Dämmeigenschaften. Sie sind aber meist teurer als synthetische und haben den gleichen Nachteil wie diese: Sie dichten das Haus ab, ohne Feuchtigkeit aufzunehmen oder in die Umgebung zu entlassen. Auch hier droht also im worst case Schimmelbefall.

Die natürliche Alternative: Organische Dämmstoffe

Auch (deutlich) teurer als ihre synthetischen Mitbewerber sind organische Dämmstoffe: Zellulose, die zumeist aus Altpapier gewonnen wird (Lambda-Wert höchstens 0,045), Baumwolle (Lambda-Wert höchstens 0,04), Kork (Lambda-Wert höchstens 0,055) oder Schafwolle (Lambda-Wert höchstens 0,04). Dafür sind sie in der Entsorgung unproblematisch, aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen und in der Herstellung nicht besonders energieaufwändig.

Ein weiterer großer Vorteil: Sie sorgen für ein besseres Wohnklima als die synthetischen oder mineralischen Alternativen. Denn sie können die Luftfeuchtigkeit sehr gut aufnehmen und dann langsam in die Umgebung abgeben, ohne dass ihre Dämmeigenschaft davon groß in Mitleidenschaft gezogen würde. Schafwolle z.b. kann bis zu 40 Prozent ihres Eigengewichts an Flüssigkeit aufnehmen, ohne Nässebildung zuzulassen. Dadurch ist sie weit weniger anfällig für Schimmelbefall als mineralische oder synthetische Dämmstoffe.

Auch die Wohnbau-Förderung ist bei organischen Materialien manchmal höher als bei den weniger ökologischen Alternativen: Da dies von Land zu Land verschieden ist, lohnt es sich, sich auf den jeweiligen Internet-Seiten schlau zu machen.

Ein Nachteil organischer Dämmstoffe: Schädlinge, sowohl Insekten, als auch Nager, fühlen sich in organischen Materialien natürlich deutlich wohler – daher kann es sein, dass etwa ein Insektenbefall mit (nicht gerade umweltfreundlichem) Einsatz von Chemie bekämpft werden muss.

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