Unser Haus als Mittelpunkt für die Familie – Es war einmal…
Als die Kinder noch zu Hause wohnten, war das Haus immer voller Leben. Ständig waren Freunde zum Spielen zu Besuch und oft hat man sich gewünscht, es gäbe ein bisschen mehr Ruhe und auch Platz.
Beides gibt es nun genug. Die Kinder sind aus dem Haus und kommen nur noch zu Besuch. Die früheren Kinderzimmer wurden vielleicht mittlerweile zwar in ein Hobby- oder Arbeitszimmer umgestaltet, doch bleibt die Frage, wie viel Platz denn tatsächlich benötigt wird. Ist das alte Haus mittlerweile nicht doch zu groß geworden?
Es wäre sinnvoll, zu hinterfragen, wie oft die umfunktionierten Räume tatsächlich genutzt werden. Gibt es oft Übernachtungsbesuch? Oder geschieht das so selten, dass ein Hotel in diesem Fall eine bessere Lösung wäre? Das gilt es zu bedenken, wenn sich die Frage stellt, ob für den Altersruhesitz nicht eine kleinere Wohnung sinnvoller wäre.

Die Erkenntnis
Was einmal gut gepasst hat, ist heute nicht mehr das Richtige. So denken viele „Golden Ager“ heute über ihr altes Haus. Die Bedürfnisse haben sich verändert. Andere Dinge sind im Alter wichtiger geworden, wie zum Beispiel Barrierefreiheit und eine gute Infrastruktur, wie man sie oft eher in Städten und stadtnahen Gebieten findet. Arbeiten, wie Schnee schaufeln oder den Gehweg im Herbst vom Laub zu befreien, werden zunehmend beschwerlicher, der Rücken ziept und man ermüdet schneller als früher, die Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt. Kurz: Die Unterhaltsarbeiten werden zur Herausforderung.

Die leidigen Reparaturen und Wartungsarbeiten
Ein Haus will in Schuss gehalten werden. Vernachlässigen Sie das aus Kostengründen, wird sich das bei einem eventuell später geplanten Verkauf empfindlich beim Kaufpreis bemerkbar machen. Machen Sie daher eine ehrliche Bestandsaufnahme: Kalkulieren Sie, welche Reparaturen in den nächsten Jahren auf Sie zukommen und welche Beträge Sie jährlich für Wartungsarbeiten ausgeben.

Fragen, die Sie sich stellen sollten:
Macht mir der Garten noch Freude? Oder ist er nur noch eine Belastung?
Fühle ich mich den Wartungsarbeiten, die ein Haus mit sich bringt, gewachsen?
Mit welchen Aufwand kann man das Haus barrierefrei umbauen?
Reichen dafür die Ersparnisse und gibt es vielleicht Förderungen dafür?Auf was muss ich verzichten? Ist das Haus mir das wert?
Kann das Haus geteilt werden, sodass durch einen Umbau 2 selbständige Wohneinheiten entstehen? Kann ich mir vorstellen, den Rest zu vermieten?
Sollten diese Fragen nicht ganz klar „pro Haus“ beantwortet werden können, dann ist es an der Zeit, sich über mögliche Alternativen Gedanken zu machen.

So machen Sie es sich leichter
Noch können Sie sich nicht trennen? Wer sich nun trotz aller Umstände dafür entscheidet, das Eigenheim auch als Alterswohnsitz zu benutzen, und in seinen vier Wänden wohnen bleiben möchte, dem geben wir im Folgenden nützliche Tipps und Tricks:

Tipps und Tricks für den Garten+ die Außenanlagen:
– Rechtzeitig nach einer geeigneten Unterstützung für den Garten zu suchen, die bei den schwierigeren Arbeiten zur Hand gehen kann.
– Diese Firma/Person könnte zudem für den Gehweg und im Winter für das Schneeräumen in Betracht gezogen werden.
– Auch sollte der Garten mit zunehmendem Alter so pflegeleicht wie möglich hergerichtet werden. Hier bieten sich beispielsweise Hochbeete an oder ein Rasenmäher-Roboter.
– Sie haben Obstbäume und das Ernten der Früchte ist Ihnen zu beschwerlich: Inserieren Sie im Internet eine „Selbsternte-Aktion“. Ihre Enkel werden Ihnen behilflich sein.

Mit welchem Aufwand kann das Haus barrierefrei und altersgerecht umgebaut werden?
– Ist der Zugang zum Haus nur über Treppen zu erreichen, wird es im Alter mit einem Rollator oder Rollstuhl schwierig. Können die Treppen durch Rampen ersetzt werden oder gibt es die Möglichkeit zum Umbau für einen ebenerdigen Zugang zur Haustür?
– Ist die Breite der Türen ausreichend, um mit einem Rollstuhl hindurchfahren zu können? Auch dies muss genau eruiert werden.
– Ältere Menschen sind nicht mehr so sicher auf den Beinen wie in jungen Jahren. Hier gilt sich zu fragen, wie die Beschaffenheit der Bodenbeläge und Fliesen im Haus aussieht. Gleitet man dort leicht aus oder sind diese rutschfest?
– Auch Treppensteigen im hohen Alter wird immer schwerer oder vielleicht auch ganz unmöglich. Daher sollte man in Erfahrung bringen, ob die Möglichkeit besteht, im Haus einen Treppenlift einbauen zu lassen.
– Bezüglich des Badezimmers: Ist dies überhaupt groß genug, um mit einem Rollstuhl darin rangieren zu können? Wenn keine ebenerdige Dusche vorhanden ist, sollte überlegt werden, ob eine bodengleiche Dusche eingebaut werden kann. Vergessen Sie auch nicht, für Haltegriffe am WC oder in der Dusche zu sorgen!

Lassen Sie sich beraten: Fachleute wie Baumeister, Elektriker und Installateur helfen nun weiter.
– Welche dieser Hindernisse können konkret und realistisch gesehen durch einen Umbau beseitigt werden?
– Wenn geprüft wurde, ob auch genügend Ersparnisse für einen benötigen Umbau vorhanden sind, steht diesem nichts mehr im Wege und es kann losgelegt werden.